(K)eine Quartiers-Garage für Anger-Crottendorf

  • Veröffentlicht: Dienstag, 05. Januar 2021 16:23

Im aktuellen Anger-Crottendorfer Anzeiger (ACA) berichteten wir über den PARK(ing) Day 2020 und den Wunsch der Anwohnenden nach einer Quartiersgarage. Diese soll bei dem illegalen Parkverhalten auf Gehwegen, Ecken, Kreuzungen im Quartier für Abhilfe sorgen. Infolge dieser Veranstaltung und auf Anregung des Bürgervereins formulierte der Stadtbezirksbeirat-Ost noch im September 2020 einen wichtigen Antrag. "Der Stadtbezirksbeirat beantragt die Prüfung, auf der Platzfläche zwischen der ehemaligen Feuerwache Ost und der ehemaligen Karl-Krause-Fabrik ein Parkdeck zu errichten" (Vorlage - VII-A-01885).

Nun liegt der Verwaltungsstandpunkt (Vorlage - VII-A-01885-VSP-01) dazu vor und der ist gespickt mit kleinen Informationshäppchen.

Was zu erwarten war, dass der Interimsparkplatz keinen Raum bietet um ein Parkdeck zu errichten. "Die Einrichtung einer Quartiersgarage auf dem Platz vor der Feuerwache Ost ist (...) räumlich nicht möglich. Die aktuell markierten ebenerdigen Stellplätze in der Platzmitte werden von befahrbaren Verkehrsflächen umschlossen und können so jeweils direkt von diesen aus angefahren werden. Bei Errichtung eines mehrgeschossigen Parkdecks müssen dagegen zusätzliche Rampen und Fahrgassen innerhalb des Parkdecks vorgesehen werden, die einen deutlich größeren Flächenbedarf produzieren, der auf diesem Platz nicht gegeben ist."

Im nächsten Satz wird klar, dass die Autofahrenden und Parkplatzsuchenden - wie auch schon im ACA beschrieben - selbst in der Verantwortung sind. "Generell ist zudem davon auszugehen, dass die Stadt Leipzig keine Quartiersgaragen in städtischer Verantwortung baut und betreibt."

Also bleibt alles so wie es ist? Nicht ganz! Denn im Wichtigen Antrag hatte der Stadtbezirksbeirat-Ost die Verwaltung verpflichtet sich mit dem Parkproblem in Anger-Crottendorf weiterhin zu beschäftigen. "Sollte das Prüfergebnis negativ ausfallen, prüft die Stadtverwaltung bis zum Ende des ersten Quartals 2021 Alternativen und stellt dann drei Möglichkeiten vor, das illegale Parken auf Gehwegen, Ecken, Kreuzungen im Viertel zu verhindern/ unterbinden."

Die Verwaltung wird dem nachkommen, verschiebt aber den Abgabetermin um drei Monate. "Auf Grund des negativen Prüfergebnisses zur Einrichtung einer Quartiersgarage durch die Stadt wird geprüft, ob die Parkordnung im Quartier weiter angepasst werden kann, um die Flächen für parkende Kfz effizienter zu nutzen. Ergebnisse zu den Untersuchungen sollen bis Ende des 2. Quartals 2021 vorliegen und können danach vorgestellt werden. Sollte es zur Umsetzung einer neuen Parkordnung im Quartier kommen, wird die Einhaltung in die Überwachung des ruhenden Verkehrs einbezogen. Eine bauliche Umgestaltung der Straßen ist nicht vorgesehen."

Nun weiß der Bürgerverein aus vorangegangener Korrespondenz und Einwohneranfragen an den Stadtrat: "Die Möglichkeiten zu Schaffung legaler Parkmöglichkeiten sind erschöpft" (Vorlage - VII-EF-00896-AW-01). Was die Verwaltung mit "effizienter zu nutzen" meint, bleibt bis zum Sommer noch ihr Geheimnis. Der Bürgerverein findet es allerdings wichtig, dass "die Überwachung des ruhenden Verkehrs" nicht nur an eine eventuelle "neue Parkordnung im Quartier" gebunden wird.

Das letzte Häppchen des Verwaltungsstandpunktes zur Quartiersgarage betrifft die Zukunft des Ortes auf dem sich heute noch der Interimsparkplatz befindet. Dieser soll umgestaltet werden als Weg zum Parkbogen. Außerdem soll er eine Haltestelle für den öffentlichen Personennahverkehr bekommen – übrigens eine Forderung des Bürgervereins der allerersten Stunde. Und diese Haltestelle wird dann ab dem Schuljahr 2026/27 den Grundschulstandort erschließen, der auf dem Gelände des Garagenhofes Bahndamm Anger-Crottendorf e.V. entstehen soll. Wir hatten dazu auch schon im aktuellen ACA berichtet. „Im Zusammenhang mit der Planung eines neuen Schulstandortes für eine Grundschule sowie der Planung und Realisierung des Bauvorhabens Parkbogen-Ost, ist ein Wettbewerb zur Gestaltung des Platzes in der Theodor-Neubauer-Straße vor der Feuerwache Ost bereits in Vorbereitung und soll zeitnah starten. Zudem gibt es Planungen der Leipziger Verkehrsbetriebe, dort vor der Inbetriebnahme des Schulstandortes eine neue ÖPNV-Haltestelle bzw. Linienanbindung zu schaffen.“

Mit dem Spatenstich für die Grundschule und dem Abriss der Garagen ergießen sich dann spätestens im Jahr 2024 noch einmal ca. 170 Fahrzeuge ins Viertel. Zeit also, dass die Verwaltung Lösungen anbietet.

Der aktuelle Anger-Crottendorfer Anzeiger (ACA) kann unter diesem Link als pdf runtergeladen werden.

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